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Bürgerservice

Ginzersdorf liegt an der Bezirksstraße Großkrut - Rannersdorf, in einem von niedrigen Hügeln begrenzten Tal; die höchste Ergebung ist der südwestlich liegende, 220 m hohe Grillenberg. Das Gemeindegebiet umfaßt 7,22 Quadratkilometer und wird von den Gemeinden Großkrut, Walterskirchen, Rannersdorf, Althöflein und Hauskirchen umschlossen. Im Norden fließt der Poybach, im Süden die Zaya durch das Gemeindegebiet, die sich beide zwischen Ginzersdorf und Althöflein vereinigen. An den früher zwischen Ginzersdorf und Walterskirchen liegenden, schon lange verödeten Ort Reibersdorf, erinnert heute nur noch die Flurbezeichnung "Reibersdorfer". Die Gründung des Ortes dürfte um die Mitte des 11. Jahrhunderts erfolgt sein; doch haben wir die erste urkundliche Ernennung erst aus dem Jahre 1346. Es scheint viel landesfürstlicher Besitz in Ginzersdorf gewesen zu sein; um das Jahr 1423 belehnt Herzog Albrecht V. den Kaspar Ochsenpecht mit einem Hof zu "Günzersdorf bei Behemischen Krut" (Großkrut), der nach Kaspars Tod 1528 an Christoph Ochsenpecht gelangt; dieser Christoph wird zwischen 1455 und 1457 von König Ladislaus mit weiteren 12 Schilling Geldes (Rente) zu Ginzersdorf belehnt. Auch Wenzel Nürnberger erwirbt 1439 von Albrecht V. hier einen Hof, für den er 32 Pfennig Burgrecht an die Wiener Hofkapelle diente; ein weiterer Hof, den Konrad Gerstenbrand an Hans Wuppl verkaufte, diente 20 Pfennig Burgrecht an diese Kapelle. Als das Wiener Bürgerspital 1624 die Güter des Nikolaiklosters erwarb, befanden sich darunter auch Zehente zu Ginzersdorf. Im Jahre 1792 finden wir als Grundbesitzer in Ginzersdorf: die Kirche Prinzendorf, Herrschaft Zistersdorf, Althöflein, Walterskirchen, Loosdorf, Hauskirchen, die Pfarre Poysbrunn, Feldsberg und die Probstei Staatz. Über die Schicksale des Ortes sind wir recht wenig informiert. Die vielen Erdställe in den von Ginzersdorf in Richtung Rannersdorf sich erstreckenden Hügeln deuten vielleicht auf häufige feindliche Einfälle, von denen wir ja aus der Geschichte anderer benachbarter Orte wissen. Im Jahre 1645 flüchten viele Ginzersdorfer vor den Schweden in das befestigte Zistersdorf; in den Jahren 1708 - 1713 wurde der Ort wiederholt von den Ungarn geplündert. Auch unter den Franzoseneinfällen im Jahre 1805 und 1809 hatte er viel zu leiden. Auch Feuer- und Unwetterkatastrophen waren nicht selten, wiewohl wir erst aus neuerer Zeit hievon Nachricht haben; es sei auf die Hagelschläge der Jahre 1894, 1898 und 1932, sowie auf den Brand des Jahres 1894 verwiesen, der sieben Häuser vernichtete. Die Opfer der beiden Weltkriege werden mit 33 bzw. 32 beziffert. Der Einmarsch der russischen Truppen zu Ende des zweiten Weltkrieges erfolgte, kampflos, am 18. April. Die Ortskirche, der heiligen Elisabeth geweiht, ist eine Filiale von Großkrut; das Presbyterium dürfte dem 15. Jahrhundert angehören, das Schiff wurde erst um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert angebaut. - Seit 1890 besuchen die Kinder die Volksschule des Ortes, vorher mußten sie nach Großkrut gehen.