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Althöflein ist eine Katastralgemeinde des Marktes Großkrut und liegt im nordöstlichen Weinviertel, nahe dem Dreiländereck mit Tschechien und der Slowakei. Ein Indiz für das hohe Alter des Ortes und seiner Erstbesiedelung ist der Kapellenberg im Osten des Ortes, auf dem eine Verteidigungsanlage mit doppelter Umwallung festgestellt werden kann. Später wurde darauf die "Veste" (Festes Haus) errichtet, welche durch seine zwei Meter dicken Mauern auffällt und als letzte Sicherheitsbastion gedient hat. In weiterer Folge wurde diese "Festung" in das heutige Kapellenschiff umgebaut. In einem Land, das durch den Druck der Slawischen Völker aus Nord und Ost bereits seit Jahrhunderten heiß umkämpft war, liegt auch unser "Hovelin". Die gesicherte Erstnennung des Ortes fällt in das Jahr 1196. Im Jahre 1251 besetzt der spätere Böhmerkönig Przemysl Ottokar II. das Land. Seine Herrschaft endet mit dem Tod in der verlorenen Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen am 26.8.1278 gegen den neuen Landsherrn Rudolf von Habsburg. Mit seinem bis heute gültigen Namen HÖFLEIN wird der Ort im Jahr 1380 im Lehensbuch Albrechts III. genannt. Der Sohn Albrechts III., Albrecht IV., läßt zwecks Klarstellung der Besitzverhältnisse den Zusatz "Veste Höflein beim Behmischen Krut" einfügen (1396). Im Jahre 1464 gelangt Höflein aus der Verfügungsgewalt der Zistersdorfer als landesfürstliches Lehen in die Hände des ehemals unbeliebten und geächteten Ritters Konrad von Fronau. Um 1570 geht die Herrschaft dieses Rittergeschlechtes zu Ende. Der letzte direkte Nachkomme heiratet den Grafen Hans Haugwitz von Reschwitz. Im Zuge der Herrschaftsübernahme übernimmt Graf Bernhard von Hardegg im Jahre 1585 den Ort. Sigmund von Hardegg übernimmt 1594 die Höfleiner Lehensrechte und vergibt diese im Jahr 1603 an den Ritter Hironimus Adler von Adlersthern, welcher das Gut an den Wiener Bürger und Geldverleiher Scholz verkauft. Der neue, protestantische Lehensherr Erasmus von Landau will 1631 in der Höfleiner Kapelle einen eigenen Pastor anstellen und gerät dadurch mit dem Großkruter Pfarrer Georg Schwarz in heftigen Streit. Mit der Beilegung des Religionskonfliktes zwischen dem Kaiser und den adeligen Ständen verliert der Höfleiner Lehensherr im Jahr 1620 seine Macht. Er wird geächtet, seiner Güter verlustig erklärt, und die Kapelle Höflein wird als Filialkirche der Kruter Pfarre einverleibt. Im Jahr 1622 wird die Herrschaft von Feldmarschall Rudolf von Teuffenbach gekauft. Dieser kämpft in der Französischen Armee und später in der kaiserlichen Armee. Später kämpft er als Feldmarschall in der Armee Wallensteins. Im Jahr 1638 erhält er den höchsten Orden, den das Habsburgerhaus vergeben hat - den Orden vom Goldenen Vließ. Da er keine direkten Nachkommen hinterläßt, stiftet er in Zistersdorf das Spital und stattet es mit reichen Pfründen aus. Im Jahr 1742 wird Julius Graf von Hardegg als neuer Lehensherr urkundlich erwähnt. Als 1781 Ferdinand Edler von Hocke das Zistersdorfer Spital erwirbt, fällt auch Höflein an ihn. Durch eine Erbschaft übernimmt im Jahr 1802 Josef Edler von Parsch die Grundobrigkeit von Höflein, welche er schon 1808 an Franz de Paula Graf von Kohary verkauft. Aufgrund der Verehelichung von Maria Antonia Gabriele, Fürstin von Cohary mit dem Prinzen Ferdinand von Sachsen-Coburg-Gotha wird die Herrschaft Höflein mit der Herrschaft Walterskirchen vereinigt. Mit der Auflösung des Untertänigkeitsverhältnisses der Bauern und der Unfreien und infolge der Einführung der Realteilung ist die Herrschaft einzelner Familien über das Land beendet. Die weitere Umstrukturierung der Verwaltung und die Änderung der Vermögens- und Besitzverhältnisse bringt es mit sich, daß Höflein als Katastralgemeinde von Großkrut eingemeindet wird. Im Jahre 1871 stellt die Gemeinde Höflein bei der "hochlöblichen NÖ Landesregierung" einen "Antrag auf Teilung von Krut". Mit Stichtag 11. November 1871 ist Höflein erstmals selbständige Gemeinde. Durch einen Bescheid der NÖ Landesregierung wird im Jahre 1912 der Ort Höflein in Althöflein umbenannt. Im Jahr 1967 wird der Ort Althöflein mit Großkrut, diesmal freiwillig, zusammengelegt.